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 Giovanni Guareschi

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Drehbuch: Cesare Zavattini

Kamera: Angela Pennoni

Musik: Mario Nascimbene

Regie: Alessandro Blasetti

Regie: Hella Graf

Schnitt: Hedi Rosetz

Dialog der deutschen Fassung: Annette Ihnen

Ton: Charlotte Nickel, Herbert Henke

Deutsche Bearbeitung:

VEB DEFA-Studio für Synchronisation.

Ein italienischer Film

im Verleih des VEB Progress Film-Vertrieb.

Darsteller

Deutsche Sprecher


Vittorio Bonelli, Rechtsanwalt

 Clara Bonelli, seine Frau

Paolo, deren Sohn

Spazzino Furlani

Maria, dessen Tochter

Carlo Paseroni, Großunternehmer

Sonja Paseroni, seine Frau

Doddy, deren Tochter

Vittorio De Sica

Elisa Cegani

Geronimo Meynier

Mario Meniconi

Carla Gravina

Gino Cervi

Isa Pola

Alessandra Panaro

Gerd Biewer   

Marion van de Kamp

Eckart Friedrichson

Peter Marx

Christine Lechle

Hans Hamacher

Gisela May

Petra Hinze

Liebe und Geschwätz

Manche Leute können reden, dass selbst die Steine vor Rührung weich werden. Solch ein Artist der volltönenden Phrase ist auch Vittorio Bonelli, seines Zeichens Advokat in dem anmutigen Flecken Matorno an der sonnigen Küste Italiens, außerdem Vater eines Hochverliebten, halbwüchsigen Sohnes namens Paolo, und schließlich Ratenzahlender Automobilbesitzer. Diesem Genie an Zungenfertigkeit steht alles zur Verfügung: der mitreißende Redefluss glänzenden Optimismus´, das Pathos bewegten Schmerzes, der rollende Brustton tiefster Überzeugung. Freilich muß Bonelli dazu in Form sein, was aber dank seiner Neigung zu strohfeuerhafter Begeisterung meistens der Fall ist. Zudem versäumt Gattin Clara nicht, sein Talent in jeder Weise anzustacheln, und sei es durch den Erwerb eines ebenfalls abzuzahlenden Tonbandgerätes, welches des Meisters rednerische Spitzenleistungen konserviert.

Keine Frage, der Mann hat Chancen in der alten Welt! Bald ist Bonelli denn auch Bürgermeister von Matorno; und dass er in feuriger Ansprache den Bau des seit langem benötigten Altersheims durchpeitscht, macht ihn eigentlich recht sympathisch. Allerdings hat Bonelli seine Rechnung noch ohne den Wirt gemacht. Das ist in diesem Falle der Multimillionär und Rekordschieber Paseroni (Delikatessen und Fleischwaren en gros). Diesem Nabob passt das Altersheim gar nicht in den Kram, weil es den Ausblick seines luxuriösen Landsitzes verschandeln würde. Kein Problem, schließlich hat man einiges anzubieten: ein Großkreuz oder einen Ministersessel, selbstverständlich auch üppige Delikatessenpräsente. Der arme Bonelli kann sich dem nicht ganz verschließen. So verficht er nun mit brillanter Beredsamkeit die Notwendigkeit, das Landschaftsbild zu erhalten und den Bau des Altersheimes zu stoppen. Die große Karriere scheint gesichert, zumal Bonelli bei der Einweihung von Paseronis Prachtvilla in Gegenwart von Radio und Fernsehen vor dem Mikrofon glänzen soll. Wo aber ist unterdes der Kronsohn Paolo geblieben? Will er seines Vaters historischen Auftritt versäumen? Durchaus. Paolo sitzt nämlich mit seiner vierzehnjährigen Flamme und Straßenfegerstochter im D-Zug. Die armen Kleinen! Wochenlang hatten sie versucht, der Eltern Verständnis für die noch nicht ganz altersgemäße Verbindung zu gewinnen. Paolo wurde mit wortreichen Lebensweisheiten abgespeist, Maria bekam Backpfeifen. Darum reisen sie nun fort-, nicht auf die erträumte Hochzeitsreise, sondern um es Romeo und Julia nachzutun.

Sollen die Alten doch sehen, was sie angerichtet haben! Der großmächtige Revolver im Köfferchen wird seine Pflicht schon tun! Zum Glück tut er´s nicht, weil ein Karabinieri im rechten Moment seine dienstlichen Fittiche über die Kleinen breitet. Und glücklicherweise auch trifft die Nachricht davon Bonelli just in dem Augenblick, da er vor prominentester Prominenz die Rede seines Lebens steigen lassen will. Es wird die Blamage seines Lebens. Der Gladiator des großen Wortes geht auf die Bretter der großen Politik, kaum dass er sie betreten hat. Dann jedoch saust er zum Bahnhof, um die Liebesverirrten Ausreißer in Empfang zu nehmen. – Gönnen wir Bonelli die Niederlage seiner Karriere. Und hoffen wir, dass seine Zungenfertigkeit ihn nicht noch einmal dahin bringt, sich in den Morast einer korrupten Politik vorzuwagen. Denn im Grunde seines Wesens ist er ja kein schlechter Kerl.

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